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[5.] Calorie Crusade

In der GuNNy'schen Mythologie ist so Manches anders als in den Geschichten, die sich vermeintliche Hochkulturen oder dubiose Wissenschaftler zusammengesponnen haben. So wurde das Universum beispielsweise weder von irgendeinem göttlichen Wesen erschaffen, noch in einem abstrusen Urknall geboren; vielmehr war es vor einiger Zeit mal Beilage einer drittklassigen Cornflakes-Sorte. Und auch das, was über Adonis erzählt wird, ist purer Unsinn. Der Gute war gar kein fescher, griechischer Jüngling - sondern ein bösartiger, skandinavischer Waschbär.

Wie auch immer, ich wette, weder Jüngling noch Waschbär hatten was an ihrem Körper auszusetzen. Dem Jüngling stand eine profitable Nebenbeschäftigung als Waschbrett offen und dem Waschbären konnte seine Wampe herzlich egal sein - sie hatte die vollste Billigung der Damenwelt. Schlecht nur, dass ich weder Ersteres noch Letzteres von mir behaupten kann. Ganz offensichtlich bleibt mir also nichts anderes übrig, als der unästhetischen Körperform den Kampf anzusagen und aus einem Party-Fässchen einen Six-Pack zu zaubern. Gut ist hingegen, dass ich weder die Nahrungspräferenzen des gemeinen Waschbärs für Insekten und Würmer noch das Interesse eines antiken Griechen für zarte Knaben teile...

Und so beginnt ein heiliger Kreuzzug gegen alle Essgewohnheiten, die dem großen Plan entgegenstehen. Die exzessive Beziehung zur Tiefkühlpizza wird auf Eis gelegt, der Sandwich-Toaster als unflätiger Komplize gleich mit verbannt. Vormittags-, Mittags-, Zwischen-, Nachmittags-, Vorabend-, Abend-, und Vollmond-Snack werden ersatzlos gestrichen. Statt dessen gibts - zur Not auch erst um 12 Uhr - irgendwas Frühstücksartiges und abends dann was Warmes zwischen die Zähne. Hier ist nichtsnutziges Junk Food Vergangenheit - leichte Küche wie "Putenbruststreifen an gemischtem Salat" oder "Langkorn- und Wildreis mit Kokos-Curry und Mango" steht auf dem Speiseplan. Das hat zwar den netten Nebeneffekt, dass man mehr übers Kochen lernt als beim unmotivierten Herumrühren in Fertiggerichten, die jedoch hatten immerhin eine erheiternde Ähnlichkeit mit Industriekleister aufzuweisen. Die mangelnde Männlichkeit der genannten Gerichte wird übrigens durch entsprechendes Verhalten bei deren Herstellung und Verzehr kompensiert - beispielsweise maskulines Grunzen und Essen mit den Fingern.

Nach der Schein-Invalidität der Semesterferien wird jetzt auch wieder die uralte Kunst der Selbstbewegung in den GuNNy'schen Alltag integriert. Mit dem Bike gehts die ewige Strecke zur Uni und zurück - fürs akademische Nickerchen auch in den Zwischenstunden. In Joggingschuhen gehts im Sonnenuntergang über die weiten, grünen Auen von Erlangen-Bruck - keuchend wie ein kettenrauchender Asthmatiker und fluchend wie ein gottloser Fuhrknecht. Damit der Muskelkater in den Beinen nicht an Vereinsamung eingeht, wird auch der Oberkörper mit Sit-Ups und Liegestützen misshandelt. Und da die Selbstgeisselungseffizienz noch ausbaufähig ist, wird zur Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit auch noch das Rauchen komplett eingestellt - zumindest unter der Woche, mann muss es ja nicht übertreiben mit dem Gesundheitswahn...

Man darf gespannt sein, wie und wann all diese heroischen Strapazen Früchte tragen. Dann geht es in ansehnlicher Form wieder unter die strengen Augen der holden Weiblichkeit - Luftknappheitsbedingte Hirnschäden durch Baucheinziehen ausgeschlossen. Hoffen wir nur, dass es bis dahin nicht schon wieder Zeit für warme, dicke Pullover ist ...

GuNNy
1.5.06 22:23
 


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