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[3.] Aesthetic Studies

Okay, ich gebe zu, dass Radfahren bei warmer Frühlingssonne wesentlich angenehmer ist als bei einem arktischen Schneesturm. Zudem ist es nicht ganz so schmerzhaft und signifikant weniger lebensgefährlich. Das wirft auf den ersten Blick ein durchaus positives Licht auf den Frühling. Aber wenn man mal genauer hinschaut, wird einem schnell klar, dass man diese Annehmlichkeiten nicht gerade umsonst bekommt...

Verschwunden sind die wagemutigen Amateur-Artisten auf ihren tollkühnen Drahteseln, die allerorts die Massen mit ihren akrobatischen Manövern berauschten - natürlich gratis, getrieben nur von eigenem Ehrgeiz, Glätte und Schwerkraft. Weg ist der adrenalingeschwängerte Nervenkitzel, dass die Fahrt zum Supermarkt drei Häuserblocks weiter die letzte sein könnte, die man jemals unternimmt. Hinfort ist das himmlische Gefühl der Schwerelosigkeit, Sekunden bevor man mit dem Gesicht auf dem nicht geräumten Radweg aufschlägt ...

Aber gut, dafür bringt uns der Frühling immerhin Wärme und Sonne, das ist doch schonmal ein Anfang. Und tatsächlich, als ich gestern mittags durch die Erlanger Innenstadt radle, stelle ich zu meinem Entzücken fest, dass ein Großteil der holden Weiblichkeit seine Kleidung den warmen Temperaturen angepasst hat. Überall blitzen mir tiefe Dekoltées, hauchdünne Spaghettiträger und funkelnde Bauchnabelpiercings entgegen. So begutachte ich also die ein oder andere Passantin - ausschließlich aus wissenschaftlichem Interesse an der neuen Frühjahrsmode, versteht sich - und fahre hie und da beinahe einige achtlose Passanten über den Haufen, von denen erstaunlich viele auch Modewissenschaftler zu sein scheinen. Der Frühling scheint doch nicht so schlecht zu sein, wie ich anfangs dachte.

Oder vielleicht doch? Rasch merke ich, dass ich mich zu früh gefreut habe. Denn nicht nur die Mädels, die es sich erlauben können, haben sich in ihre neuen Frühjahrsfummel geschmissen. Auch die, die das Geld lieber in ein Fitnessvideo hätten investieren sollen - oder einen Fotoband über Ästhetik. Ich frage mich, wann es aus der Mode gekommen ist, seinen Körper zumindest halbwegs in Form zu bringen, bevor man ihn in knapper Kleidung der Öffentlichkeit präsentiert ...

Bei den gutaussehenden Gothic Ladies gelten übrigens andere Regeln: Auch bei wärmsten Sonnenschein geht nichts ohne Ranger-Stiefel, bodenlange Röcke und wenig zeigefreudige Oberteile. Ich frage mich, ob den Mädels in Schwarz nicht verdammt heiß sein muss, vermute dann aber, dass ihre sexy-kühle Aura die aufstauende Hitze wohl noch komplett kompensieren kann. Man darf aber gespannt sein, ob sich da bei steigenden Temperaturen nicht auch noch ein bisschen was an der Kleidung tut. Zu hoffen wärs - natürlich nur im Interesse der Gesundheit der Damen. Mit einem Hitzschlag ist nicht zu spaßen...

Die weniger ästhetisch geformten Geschöpfe der Nacht kopieren übrigens zum Großteil den unverantwortlichen Kleidungsstil ihrer Mainstream-Pendants. Nur in Schwarz. Leider.

Alles in allem ein durchwachsener erster Eindruck, den der Frühling hier hinterlässt. Nächstes mal fahren wir mit der Betrachtung fort. Da schauen wir uns mal an, welche Konsequenzen das sonnige Wetter für den handelsüblichen GuNNy hat. Denn der muss seinen Körper auch erstmal formen, so wie oben beschrieben. Nicht weil er sonst um die Glaubwürdigkeit fürchten müsste, die er nie hatte. Sondern weil irgendwo just in diesem Moment ein süßes GuNNy-Weibchen vor ihrem PC sitzt und über ihre Abneigung gegen unästhetische Männerkörper bloggt...


GuNNy
26.4.06 23:11
 


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